>>161555>BAG – 7 AZR 533/14
Junge, das Urteil sagt genau das, was Felix gesagt hat. Felix hat gesagt:
>Wie soll so eine "innere Tatsachenbehauptung" ("ich habe das Ziel der Habitilation") überhaupt nach außen dringen? Man kann es zwar in den Vertrag schreiben, aber ob Prof. und Postdoc das für zutreffend erachten oder gar befolgen, ist eine ganz andere Sache.
Im Urteil:
>c) Die Befristung genügt jedoch nicht dem Zitiergebot des § 2 Abs. 4 Satz 1 WissZeitVG. Nach dieser Vorschrift ist im Arbeitsvertrag anzugeben, ob die Befristung auf den Vorschriften des WissZeitVG beruht. Fehlt diese Angabe, kann die Befristung nach § 2 Abs. 4 Satz 2 WissZeitVG nicht auf die Vorschriften des WissZeitVG gestützt werden.
>Findet das WissZeitVG keine Anwendung, weil die Befristung dem Zitiergebot in § 2 Abs. 4 Satz 1 WissZeitVG nicht genügt, kann die Befristung daher nicht mit der Begründung, die Beschäftigung diene der wissenschaftlichen Qualifikation des Mitarbeiters, auf § 14 Abs. 1 TzBfG gestützt werden.
Es reicht also vollkommen aus, wenn das korrekt zitiert wird, also buchstäblich korrekt in den Vertrag geschrieben wird. Was die "inneren Tatsachen" sind, d.h. ob das nur im Vertrag steht, aber die beiden Parteien sich einig sind, dass nicht habilitiert wird, kann das Gericht gar nicht wissen. Am Ende sagt der Prof. "dochdoch, sollte habilitiert werden, war aber einfach zu dumm dafür" und schon sieht es nach einer fehlgeschlagenden Habilitierung aus, welche befristet werden darf. Das "Postdocs werden mit dem Qualifikationsziel Habilitation eingestellt, ansonsten müsstest du ihnen eine feste Stelle geben" ist also überhaupt nicht gegeben. Und die feste Stelle gibt es sowieso nicht, weil nach 6 Jahren das Befristungsende ansteht, was gleichbedeutend damit ist, dass man im Wissenschaftsbetrieb als Postdoc in Deutschland Berufsverbot hat.
>Kann es sein, dass du keine Ahnung hast, wie ein Berufungsverfahren läuft?
Hehe, weißt du, wer da im Berufungsverfahren mitredet? Die Fachschaft. Und dreimal darfst du raten...
>Du wählst den besten aus und versuchst dich mit dem zu einigen. Wenn du keine Zulagen zahlst, kann es sein dass er gar nicht kommt oder schnell wieder weg ist. Beides dscheiße.
Nein, man jongliert mehrere gleichzeitig, und spielt sie gegeneinander aus. Glaubst du, die Uni ist doof, oder was?
Ich kann dir genau sagen, wer irgendwelche Zulagen rausverhandeln darf: Der W3-Prof., der bereits seit 10 Jahren an der Uni ist, und nun einen Ruf an eine (bessere) Uni erhalten hat. Und schon stellt sich die Uni Fragen nach Frau und Kindern und Eigenheim, um zu schauen, was geht.
>Gute Leute haben meist nicht nur ein Angebot.
Gute Unis haben meist nicht nur ein Angebot (an Arbeitnehmern).
Nochmal: Angebot und Nachfrage. Wenn 100 Bewerber auf eine Professoren-Stelle kommen, ist das nichts anderes, als wenn 100 Bewerber auf eine Müllabfuhr-Stelle kommen. Es ist exakt die gleiche ökonomische Mechanik. Was kann so ein Top-Müllmann da rausholen?
>Sieht jetzt nicht groß anders als in Python aus. Ja, mit einem iterable kann man mehr bauen, aber da ist man schon gefährlich nahe an OOP.
Du hast anscheinend nicht mit MATLAB gearbeitet, sonst würdest du bei
for-Schleifen in MATLAB direkt auf etwas anderes anspringen.
>Inwiefern? Wenn man eine 2+2-Veranstaltung aus Vorlesung und Übung hält, dann ist das eben so. Wenn du das nicht geschissen bekommst, solltest du vielleicht doch nicht Professor mit 8-9 Semesterwochenstunden Lehrverpflichtung werden. Aber so wild ist das eigentlich nicht.
Es ging darum, dass der Junior-Prof. fickende Übungsblätter korrigieren muss, weil seine wenigen (aus Drittmitteln bezahlten) Doktoranden mit der Arbeitslast nicht klarkamen, weil es nicht genug Geld von der Uni gab, um SHKs anzuheuern, und ihm gleichzeitig weitere Lehrverpflichtungen aufgebürdet wurden (weil sonst komplett in Ungnade bei den W3-Profs gefallen). Auf deine Behauptung "nur eine 2+2-Verstanstaltung" kann nur ein fettes "LMAO" als Antwort gegeben werden. Glaubst du, die Uni gibt genug Geld, um den Lehrbetrieb zu veranstalten?
>Was in den Geisteswissenschaften abgeht, interessiert nur Möchtegern-Geisteswissenschaftler wie Danisch.
Also machst du einen auf Schotte.
>Warum gibt es Gender Studies? Warum Stringtheorie?
Weil es sich jemand ausgedacht hat und dann genug PR gemacht hat, damit Geld in den Wissenschaftsbetrieb gelenkt wird.
>Dadurch, dass es keine externen Vorgaben gibt, wird es immer Leute geben, die falsch abbiegen.
Es gibt externe Vorgaben: Ein Lehrstuhl wird nur eröffnet, wenn ein Thema genug PR erhalten hat, um "wichtig" oder "hipp" (KI!!!1) zu sein.
(Lustigerweise gibt es Themen, die "wichtig" und "hipp" sind, aber vom Wissenschaftsbetrieb nicht bearbeitet werden können: Denn die Themen müssen noch traktierbar sein. Wird ein Thema so komplex, dass es ein Doktorand darin nichts mehr innerhalb von ein paar Jahren bearbeiten kann, fällt es aus dem Wissenschaftsbetrieb raus. Das ist gewissermaßen die Einrede der "Unmöglichkeit" im Wissenschaftsbetrieb. Hardwarenahe CPU/GPU-Entwicklung fällt darunter, welche Uni lässt was in Fabs fertigen oder hat eine eigene Fab?)
>Dann wird bei der Neubesetzung des Lehrstuhls ein anderes Thema ausgeschrieben.
Es ist genau umgekehrt: Dadurch, dass das Thema OOP von außerhalb (!) des Wissenschaftsbetriebs immer mehr in die Mottenkiste kommt, ist es außerhalb des Wissenschaftsbetriebs immer weniger "hipp". Die Erkenntnis kommt aber von außerhalb. Würde der Wissenschaftsbetrieb seinen Weg haben, so würde er immer weiter mit OOP rumwichsen. Es gibt immer weiter Paper, also sieht es auf dem Papier erfolgreich aus, selbst wenn alle nur zirkulär in ihrer eigenen Suppe kochen. Nur der unterdrückende Impuls von außen, oder bessergesagt, der hochdrückende Impuls anderer Felder (KI!!!1) von außen, gestaltet die Ausrichtung bei der Neubesetzung. Professor für KI-basierte OOP-Softwareentwicklung.
>Das ist das Wesen von Wissenschaft: N-1 scheitern, und der eine bringt die Menschheit voran.
Das ist das Wesen vom Wissenschaftsbetrieb: Sie können einfach kreiswichsen und sehen auf dem Papier produktiv und erfolgreich aus. Erfolgreich ist, was Paper bringt. Und so ist es fast komplett davon getrennt, was die Menschheit voranbringt.
>>Mit dem Wissenschaftsbetrieb sich zu vergleichen, heißt nicht nur, sich mit den absoluten Top-Leuten zu vergleichen.
>Oh doch, genau das heißt es. Wissenschaft heißt, etwas herauszufinden, was auf der ganzen Welt noch niemand geschafft hat. Wenn du diesen Anspruch nicht hast, dann machst du irgendetwas Anderes, aber Wissenschaft ist es nicht. Deswegen ist OOP-Bashing keine Wissenschaft, weil seit Ewigkeiten bekannt.
Nö. Wenn das der Anspruch vom Wissenschaftsbetrieb wäre, müsste man 99 % des Wissenschaftsbetriebs entlassen (weil nicht bahnbrechend). Du zuerst.
Solange die weiterhin arbeiten, kann auch mit denen verglichen werden.
Ein Wissenschaftler macht Top-Sachen im Wissenschaftsbetrieb? Die PR-Tröten tröten auf maximum Overdrive.
Ein Wissenschaftler malt UML-Diagramme im Wissenschaftbetrieb?
Das hat mit Wissenschafts nichts zu tun!! Schweigen im Walde.
So nicht. Wenn der Wissenschaftsbetrieb sich selbst das Etikett "Wissenschaft" gibt, kann man sie auch daran messen.
Extrem aromatisch: Der Wissenschaftsbetrieb selbst ist extrem unwissenschaftlich.
Die ganze Problematik vom "sozialen Kontrakt", der "drug gang", und dass der Prof. wie der Halbgott über allem steht und man ihn niemals mett machen darf, ist absolut unwissenschaftlich. Im Grunde wäre es wissenschaftlich zu sagen "Ja, der Doktorand hat mich endhuntsmett gemacht. Aber seine Aussage war aussagenlogisch richtig, Danisch-Style. 0,0 summa cum laude.". Passiert nicht.
Ferner extrem aromatisch: Du musst dich von der Identität von "Wissenschaft" und "Wissenschaftsbetrieb" lösen.
Das im Wissenschaftsbetrieb zu sagen ist jedoch das Sakrileg schlechthin und führt zum Super-GAU des Wissenschaftsbetriebs.